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Web Usability - ISO Normen und Qualitätssicherung

Sie bewegen sich als Händler oder Dienstleister im spannenden Bereich des Online Handels? Dann sind Sie unter Garantie schon über das Schlagwort „Usability“ gestolpert. Je mehr Händler und Dienstleister Ihr Tagewerk im Web verrichten und dort über das eigenen Shopsystem Produkte und Dienstleistungen an den Mann und die Frau bringen, desto wichtiger wird es für die Händler, die Konkurrenz auszustechen bzw. wettbewerbsfähig zu bleiben. Genau dann wird Web-Usability zum Thema und kann möglicherweise darüber entscheiden, wie erfolgreich der Webshop bei (potentiellen) Kunden ist und ob User, die sich zum Webshop durch klicken, auch bleiben und wirklich shoppen anstatt nur zu gucken und dann weiter zu surfen.

Die Internationale Organisation für Normung (ISO international organization for standardization) begann vor etwas mehr als 10 Jahren, sich mit dem Schlagwort Usability auseinander zu setzen. Ergebnisse dieser Auseinandersetzung waren ISO Normen, die jetzt schon seit ähnlich langer Zeit exisitieren. Gemeint sind die Normen ISO 9241 und 16982:2002, wobei letztere auf ersterer aufbaut.

Mensch-System-Interaktionen - DIN EN ISO 9241

Diese Norm wurde zu Anfang unter dem Namen „Ergonomische Anforderungen auf Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten“ als Qualitätsrichtlinie bekannt, die die Ergonomie interaktiver Systeme sicherstellen sollte. Damals fand Arbeit an Bildschirmen fast ausschließlich innerhalb von Bürotätigkeiten statt. Später, 2006, wurde die Richtlinie entsprechenden geändert und hieß ab dann „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“. Diese Qualitätsrichtlinien sind ganz im Sinne der Webshop-Usability auf Webshopoptimierungen zu beziehen und werden in diesen Qualitätsrichtlinien vor allem im Abschnit 9241.10 „Grundsätze der Dialoggestaltung“ der ISO Norm angesprochen. Als die ISO 2006 die schon angesprochene Anpassungen vornahm, wurde dieser Abschnitt noch einmal umbenannt, in die 9241.110. Weiterhin wichtig ist der Abschnitt 9241-11 „Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit – Leitsätze“, denn der spiegelt die Grundsätze einer erfolgreichen Usability vor allem im Bezug auf Onlineshops wider („Leicht zu erlernen“, „Intuitiv zu benutzen“, „Geringe Fehlerrate“, „Zufriedenheit sicherstellen“).

Schaut man sich die Grundsätze der Dialoggestaltung noch ein bisschen genauer an, so wird schnell klar, was eine genormte und damit auch erfolgreiche Usability an den Benutzerschnittstellen (user interface) bei einem Online-Shop ausmacht. Angesprochen werden hier 7 Kriterien bzw. Grundsätze, die es zu beherzigen gilt:

Fehlertoleranz

Ein Dialog kann dann als fehlertolerant beschrieben werden, wenn das angestrebte Arbeitsergebnis trotz offensichtlich fehlerhafter Eingaben durch den User mit minimalem oder gar keinem Korrekturaufwand durch den User erzielt werden.

Erwartungskonformität

Wenn ein Dialog beständig bzw. stabil ist und den Merkmalen des Users entspricht (allgemeine Konventionen, fachliche Kenntnisse, Ausbildung, Erfahrung etc.), ist dieser Dialog erwartungskonform.

Aufgabenangemessenheit

Der User soll bei Arbeitsaufgaben unterstützt werden und soll besonders darauf hin unterstützt werden, dass der User diese Aufgaben effektiv und effizient erledigt, dann ist ein Dialog aufgabenangemessen.

Individualisierbarkeit

In einem Dialogsystem soll individuelle Vorlieben berücksichtigen und Anpassungen an die jeweilige Arbeitsaufgabe und deren Bedürfnis zulassen, nur dann ist ein Dialog individualisierbar.

Lernförderlichkeit

Der User soll beim Erlernen des Dialogsystems unterstützt werden, erst dann ist ein Dialog lernförderlich.

Selbstbeschreibungsfähigkeit

Die einzelnen Schritte eines Dialoges sollen selbsterklärend sein, durch Rückmeldungen des Systems oder dem User auf Anfrage verständlich gemacht werden.

Steuerbarkeit

Bis zur Erreichung des Ziels innerhalb eines Dialogsystems muss der Dialog steuerbar bleiben. Der User soll in der Lage sein, den Ablauf des Dialogs selbst zu beginnen und auch Richtung und Geschwindigkeit vorzugeben bzw. zu beeinflussen.

Für jeden Zweck die richtige Methode - ISO/TR 16982:2002

Der Standard ISO 16982:2002 bietet verschiedenste Usability-Methoden an, die sich für entsprechende Zwecke anwenden lassen. Hier findet sich so eine Art Leitfaden, der einem, vor allem im Bereich des Projektmanagements, für die verschiedensten Anwendungszwecke unterschiedliche Methoden zur Verfügung gestellt wird. Die meist genutzten Methoden im Bereich der Web-Usability sind Methoden wie u.a. die Kontextanalyse, Nutzertagebücher, Onsite-Befragungen, Personas, (Asynchrone/Synchrone) Remote Usability Tests, Rapid Prototyping, Web-Controlling etc.. Die Redaktion der Website http://www.onlinemarketing-praxis.de hat mit Hilfe einer Tabelle eine anschauliche Übersicht geschaffen, die die gängigen Usability-Methoden hervorragend zusammen fasst. Hier gelangen Sie zu der Übersicht auf onlinemarketing-praxis.de.

Autor: LK

Artikel: Web Usability - ISO Normen und Qualitätssicherung
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